Umsetzungsplan "Saseler Markt"

Saseler Markt Luftbild
Saseler Markt Luftbild

Was lange währt, wird endlich gut!

Am 12. Juni 2012 stellte das Bezirksamt die von der arbos Freiluftplanung gefertigte „Umsetzungsplanung Saseler Markt“ vor.

Herr Greis von arbos erklärte gleich zu Beginn, dass sie sich bemüht hätten, aufbauend auf das Evaluationsgutachten, die vielen Saseler Vorstellungen mit zu berücksichtigen. Dabei beschäftigten sie sich auftragsgemäß nur mit dem Marktplatz und der (südlichen) Straße Saseler Markt. Im Vorfeld haben sie mit allen im Saseler Kommunalen Forum tätigen Institutionen (evangelisch-lutherische Kirchengemeinde, Bürgerverein Sasel-Poppenbüttel, Heimatverein Unser-Sasel, IWG-Sasel und ökon. Quartiersmanagement) und der Initiative lebenswertes Sasel gesprochen.

Der Marktplatzbereich wird durch klare Achsen, Bäume, eine Allee und dem neuen Marktplatz klarer strukturiert. Optisch sollen die zwei Einkaufseiten des Marktplatzes nicht mehr getrennt sein.

Die Aufenthaltsqualität am und um den Marktplatz wird entscheidend verbessert. So soll die südlich der Markt-/ Hauptparkplatzfläche die Straße (Sackgasse) Saseler Markt in eine verkehrsberuhigte Fläche mit maximal Tempo 20 Km/h gestaltet werden. Zu den Geschäften dieser Straße entsteht ein seit langem geforderte breiterer Fußweg von 5,35 m.

Straße und Gehweg sollen mit einem einheitlichen Belag versehen werden, so dass auch dieser öffentliche Raum wesentlich ansprechender wird und die jetzige Enge beseitigt wird.

Der Fahrradweg verläuft auf der anderen Seite. Dort und im Bereich der Post sind gesamt 160 Fahrradstellplätze, z.T. auch überdachte, geplant.

Die jetzige Marktfläche wurde auf 2.500 qm vergrößert (nach Berechnung des Verfassers um 50%). Sie soll an marktfeien Tagen zum einen Teil als Parkfläche und zum anderen Teil als Freifläche genutzt werden. Im Parkflächenbereich sind vier Ladestationen für e-mobile vorgesehen.

Die Freifläche soll für verschiedene Aktivitäten geeignet sein. Dies soll durch einige Terrassenstufen unterstrichen werden, auf denen man auch sitzen kann um dem „Treiben zuzuschauen.

Die Parkplätze auf dem Saseler Marktplatz sollen künftig 38 betragen (bisher gem. Zählungen 55 – 60), zwischen Kunaustraße und Dweerblöcken 11 (bisher 27) und im Bereich der Sackgasse 15 Plätze (bisher 19 + 13 = 32). Somit soll insgesamt die Anzahl Parkmöglichkeiten (von ca.119) auf 64 reduziert werden.

Wie bereits im Evaluationsgutachten vorgesehen, soll ein Ärgernis in Sasel, dass die öffentlichen Toiletten am Marktplatz nur an den Markttagen geöffnet sind, dadurch beseitigt werden, dass diese mit einem gastronomischen Betrieb kombiniert werden.

Die wesentlichen gezeigten Folien sind im Anhang zu sehen.

Anschließend hatten die Bürger das Wort.

Pastor Thomas Jeutner drückte seinen Dank und Anerkennung für die Planung und Berücksichtigung der vielfältigen Interessen und Wünsche aus.

Die „Initiative für ein lebenswertes Sasel“ sprach sich ganz entschieden dafür aus, dass der gesamte Marktplatz autofrei wird.

Daraufhin wurde der Meinungsaustausch fast ausschließlich von dem Thema Parkplätze dominiert, denn alle folgenden Beiträge forderten die Reduzierung der Parkplätze nicht so stark ausfallen zu lassen. Als wesentliche Argumente wurde die demografische Entwicklung angeführt, so dass auch Ältere noch den Parkplatz erreichen können. Außerdem sei es notwendig für den Erhalt der Geschäfte und eines Wochenmarktes, dass diese nicht nur gut zu Fuß und mit dem Fahrrad sondern auch mit dem PKW erreicht werden können.

Von einigen Bürgern wurde die Größe und Notwendigkeit der Freifläche auf dem Marktplatz in Frage gestellt.

Positiv wurde dargestellt, dass durch die Planung die Engpässe und das „Gewusel“ der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer in der Sackgasse künftig entfallen.

Herr Fischer vom Bezirksamt erklärte zum Schluss der Veranstaltung, dass durch Äußerungen der Bevölkerung er noch kein klares Votum mit nach Haus nehme.

Daraufhin hat das Saseler Kommunale Forum in einem Schreiben an das Bezirksamt und die Politik dargelegt, dass sie sich den Ausführungen von Pastor Thomas Jeutner anschließen, der Dank und Anerkennung für die Planung und Berücksichtigung der vielfältigen Interessen und Wünsche gewürdigt hatte. Sie erklärten, dass die Parkplatzdiskussion lediglich dem Erhalt der Nahversorgung und der Dienstleistungsgeschäfte galt, die sie durch den weitgehenden Fortfall der Parkplätze gefährdet sahen. Über 90 % der Teilnehmer seien sich darin einig, dass der vorgestellte Plan eine wesentliche Verbesserung für das Saseler Zentrum darstellt. Bei der Umsetzung des vorgestellten Planes sollten jedoch die nachfolgenden geringfügigen Modifikationen berücksichtigt werden, damit die Lebensfähigkeit der Geschäfte in der Sackgasse erhalten bleibt. So bitten sie um einige zusätzliche Fahrradstell- und PKW-Parkplätze am Ende der Sackgasse. Falls im Verlaufe der Straße Saseler Markt (Süd) noch Möglichkeiten für weitere Autostellplätze in dem verkehrsberuhigten Bereich gegeben sind, sollten diese genutzt werden.
Die Marktfläche an Tagen ohne Wochenmarkt sollte möglichst das Verhältnis 60 % Park- zu 40% Freifläche haben. (Anmerkung des Verfassers: Somit würden nur noch ca. 20 Parkmöglichkeiten gegenüber heutigen Gegebenheiten entfallen. Jedoch mit dem Vorteil, dass diese richtig markiert sind. Bei einer gleichzeitigen 2-Std.-Regelung dürfte durch Wegfall einiger lang parkenden Marktbeschicker dieses kein Nachteil sein)

Meine Meinung zur Planung

Ich freue mich auf die vielen geplanten Sitzplätze im Bereich des Marktplatzes, zum Teil auch mit Tischen, an denen z.B. Schach gespielt werden kann und begrüße die Verbreiterung des Gehweges mit der Neugestaltung des gesamten Straßenzuges „Saseler Markt“. Auch erhoffe ich mir durch die Anpassung des Gehweges an die jeweiligen Eintrittshöhen der Geschäfte ein bequemeres Erreichen der Geschäftsräume mit Gehwagen oder Rollstühlen!

Zu den viel diskutierten Parkplätzen meine ich, dass alles getan werden müsste, damit noch mehr Saseler Lust haben, mit dem Fahrrad zu kommen.

Zusätzlich sollte der HVV auch eine Nord-Süd-Anbindung an den Saseler Markt schaffen. Dennoch sollte man die Autofahrer nicht in die Nebenstraßen vertreiben oder ganz vom Marktplatz fernhalten. Die notwendige Anzahlt von Parkplätzen muss erhalten bleiben. Denn viele sind aufgrund von Beeinträchtigungen gezwungen das Auto zu benutzen, andere wollen es aufgrund der Einkaufsmenge oder wollen auf dem Weg zu einem anderen Ziel nur einen kleinen Stopp am Marktplatz einlegen.
Werner Lipka

Die Initiative für ein lebenswertes Sasel hat mit Datum 7.Juli 2012 eine Eingabe an die Bezirksversammlung Wandsbek gesandt. Siehe auch Heimat-Echo vom 11. Juli 2012.

Die Initiative schreibt darin, sie sei der Meinung, dass das im Plan vorgesehene Parken auf einem großen Teil der Marktfläche nicht einer zukunftsfähigen Stadtplanung entspricht.

Sie beantragt als konkreten Realisierungsschritt: „Die Bezirksversammlung möge die Verwaltung beauftragen, durch die Einwerbung von finanziellen Mitteln die Straße vor der Ladenzeile im südlichen Bereich von Penny bis zur Einmündung Kunaustraße entsprechend der Planung der ARBOS so bald wie möglich neu zu gestalten. Dabei soll der Bestand der großen alten Bäume erhalten bleiben. Parkplätze in der Kehre oder auf den öffentlichen Grünflächen dienen nicht den planerischen Zielen und werden nicht realisiert.“

Hennig Ziggert, Vorsitzender der IWG, hat sein TUI-Reisecenter in der Sackgasse. Deshalb kann er, wie im vorgenannten Heimat-Echo-Artikel von ihm geschrieben, auch täglich feststellen, dass viele Autos und Fahrrädern dort verkehren. „Weder das Kopfsteinpflaster, der zu enge Gehweg und die überfüllte Straße sind dem z. Zt. angemessen. Deshalb freue ich mich auf eine Veränderung! Die IWG und ich setzen dabei nicht nur auf das Auto, sondern begrüßen es aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen, wenn möglichst viele Saselerinnen und Saseler zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen, somit alle ihren Raum finden. Damit aber den Geschäften nicht die Grundlage entzogen wird, müssen insbesondere in der Straße Saseler Markt die notwendigen Parkplätze geschaffen werden. Eine Reduzierung um mehr als 50 Prozent sind nicht hinnehmbar.“

Die zwei Leserbriefe im Heimat-Echo vom 11. Juni beleuchten auch die zwei vorherigen Absätze.

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